WEHRANLAGE HERRENMÜHLE (P2)

LIFE LÖSUNG FORTSCHRITT

Spielberger Wehr im Herbst 2000

Spielberger Wehr nach Frühjahrshochwässern 2001

Fischwanderhilfe in Form eines Umgehungsbaches am linken Pielachufer.

Daten des Baches:

  • Mindestdotation: 500 l/s

  • Länge: ca. 260 m.

  • Ausgleichsgefälle 1%

  • Wasserspiegeldifferenz insgesamt 2,8 m 

  • Sohlbreite: 3 - 4 m

  • Wasserspiegelbreite mindestens 4 - 5 m

  • Breite zwischen den Böschungsoberkanten 6 - 8 m

Ausgestaltung als naturnaher, pendelnder Bach mit Kiesgrund

Einen zusätzlichen Teil der geplanten Fischwanderhilfe stellt ein etwa 4,5% geneigtes Rauhgerinne dar. Dieser soll zusätzliche Aufstiegsmöglichkeit für Fische bringen.

  • Planung abgeschlossen

  • Vereinbarung erfolgt

  • Ziel:
    Einreichung, 
    Verhandlung und Bauausführung Herbst/Winter 2001

Die Herrenmühle an der Pielach stellt eine bedeutende historische Anlage dar.
Besitzer der Anlage und des Wasserrechtes ist das Benediktinerstift Melk. Das heutige Erscheinungsbild der gesamten Anlage (vom Wehr über das Turbinenhaus bis hin zum Wohnhaus) verdankt das historische Ensemble dem persönlichen Einsatz des Pächter-Ehepaares Jost und Annelie Berger.
Aus fischökologischer Sicht stellt die Wehranlage der Herrenmühle (auch Spielberger Wehr genannt) das erste wesentliche Hindernis für Wanderbewegungen zwischen Donau und Pielach dar. Die Wehranlage befindet sich etwa 1,3 km flussauf der Mündung der Pielach in die Donau. Unterhalb der 68 m breiten Wehranlage bilden sich dynamische Kiesbänke aus, die einen der bekanntesten Laichplätze für kieslaichende Donaufische bilden.

Das Life Projekt wird an dieser Schlüsselstelle eine Fischwanderhilfe in Form eines ausgedehnten Baches anlegen. Zur ganzjährigen Dotierung des Baches wurden dem Berechtigten 500 l/s abglöst. Wenn die Pielach mehr Wasser führt als die Wasserkraftanlage verarbeiten kann, wird auch der Bach mit höheren Mengen beschickt. Diese Situation ist jedes Jahr auch in der Hauptlaichzeit der Huchen und Nasen im Frühjahr gegeben.

Daten der Anlage:
Die Wehranlage ist 68 m lang und steht schräg im Flußbett der Pielach.
Sie besteht aus einer oberwasserseitigen hölzernen Fangwand mit aufgesetzter Wehrkrone. Die weitere Konstruktion entspricht einem Steinkastenwehr mit schottriger Füllung. Unterwasserseitig ist dem Wehr auf der gesamten Breite ein Steinwurf von der Sohle bis etwa auf Höhe der Schußtafelunterkante vorgelegt. Diese Bruchsteine mit einem Einzelgewicht von mindestens 300 kg bilden somit eine große Rampe zur unterwasserseitigen Abstützung der Wehranlage.
Die Mühlbachausleitung erfolgt linksufrig über einen Straßendurchlaß und ist durch ein stauraumseitig gelegenes Schütz verschließbar. Knapp nach der Straßenunterführung befindet sich am rechten Ufer des Mühlbaches ein Schütz zum Spülen, mit dem Sedimenteinträge in den Mühlbach wieder in die Pielach geleitet werden können. Die Spülung erfolgt nach der Querung der Straße durch einen schmalen Kastendurchlaß über den bachartigen Spülgang (sog. Fischerbach), der in eine kleine Waldparzelle eingebettet ist.
Wehrhöhe: in etwa 2 m
Schluckfähigkkeit Turbine: 3m3/s = Ausbauwassermenge
Gefälle: 3,8 m
Leistung: 109 PS
Mühlbachlänge: etwa 1,16 km
Turbinentyp: Francisturbine
Rechenanlage: automatische Anlage beim Krafthaus